Yogablog

Klage auf hohem Niveau oder berechtigte Zweifel?

7 Mär 2014

Wir hängen Menschen an Schläuche, setzen ihnen künstliche Gelenke ein, erweitern ihre Gefäße und halten ihre Körperfunktionen künstlich am Leben, während die Seele vielleicht schon auf einem ganz anderen Weg ist. Doch in unserer Welt zählt nur das Sichtbare und gesund ist, was funktioniert.
Wir durchleuchten unseren Körper, aber nicht den Sinn des Lebens. Wir dürfen Menschen nicht sterben lassen, aber wir dürfen sie am Leben halten. Dürfen wir dann nicht doch über ihren Tod richten, indem wir über ihr Leben richten?

Wir schauen den ganzen Tag in Displays und immer weniger in Gesichter. Wir haben die beste Unterhaltung, aber führen seltener Gespräche - dafür haben wir keine Zeit, obwohl alles immer schneller geht.
Wir beschleunigen, aber schreiten rückwärts.
Wir haben es leichter, aber werden schwerer.
Wir sind überernährt, aber unterversorgt.
Wir haben es bequemer, aber werden krank.
Wir haben Wohlstand, aber leiden an Wohlstandskrankheiten.
Wir haben die beste Medizin, aber die meisten Kranken.
Wir sind das Werkzeug unseres eigenen Erfindungsgeistes geworden - die Welt wird immer komplexer, obwohl das Leben einfacher werden sollte. Das ist der Widerspruch, dem niemand widerspricht.

Weil wir günstiges Fleisch wollen, produzieren wir Tiere wie Materie und bauen Futterpflanzen an, obwohl Menschen hungern.
Wir sind uns selbst am Nächsten und doch oft meilenweit entfernt. Wir sind zu beschäftigt und ständig unterwegs. Wir können zu jeder Zeit an jedem Ort sein, sind aber nur noch selten in der Gegenwart. Die Welt wird immer kleiner, wir können sie sogar nach Hause holen. Alles ist möglich - wir sind frei! Doch die Freiheit macht uns zu ihren Gefangenen. Wenn alles möglich ist, hat man tausend Möglichkeiten und immer zu wenig Zeit. Wir sind die Sklaven unserer Zeit: Von unseren Familien getrennt und mit der Arbeit verheiratet, weil das moderne Leben flexible Menschen verlangt.

Unsere Bestimmung wird von der Gesellschaft bestimmt - wir sind nicht mehr für etwas berufen, wir erlernen einen Beruf. Wir werden älter, aber dürfen kaum noch Kind sein. Wir lernen immer früher zu denken, aber können nicht mehr nicht denken. Unser Kopf analysiert und denkt, bis er ausgebrannt ist, weil der Motor keine Energie mehr hat. Wo tanken wir auf?

Wir zerlegen die Welt unter dem Mikroskop und verlernen das Staunen. Nicht alles ist mit Kopf begreifbar, aber das begreift der Fortschritt nicht. Wir haben die ganze Welt analysiert, uns sogar eine Parallelwelt erschaffen, doch offline sind wir orientierungslos geworden. Wir fühlen uns allmächtig - dabei verlieren wir die Kontrolle. Nur wenige glauben an Gott, die meisten glauben an sich selbst. Doch wenn wir uns selbst nicht kennen, an wen glauben wir dann?

Wir ergötzen uns an der Materie und am Fortschritt, die uns die Freiheit bringen, die uns krank macht. Aber dafür gibt es die weißen Pillen ... Wir wollen besitzen, aber werden von allem besessen. Wir verwurzeln uns in der Erde, aber zerstören sie. Doch wir haben für alles eine Lösung. Vor allem für die Probleme, die wir ohne Fortschritt nicht hätten. Nur die Bedienungsanleitung für das eigene Leben haben wir irgendwo im Überfluss verloren.

Wir wollen immer mehr und übersehen was wir haben. Wir suchen das Glück um uns herum und spüren nicht, dass wir es in uns tragen. Wir sind die Unterzahl, aber verbrauchen die meisten Ressourcen. Wir müssen nicht mehr frieren - wir haben sogar die Heizung in der Welt angemacht. Wir haben die fortschrittlichsten Maschinen, aber die eigenen Hände vergessen. Wir konsumieren Produkte aus anderen Kontinenten, aber können keinen eigenen Garten bestellen - nicht einmal online. Wir sind frei, aber abhängiger als je zuvor. Und obwohl wir wählen dürfen, beklagen wir, keine Wahl zu haben.

Wir - ist der westliche Lebensstil.
Wir - ist der hohe Lebensstandard.
Wir - ist das Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt, die bisher in ihren einzigartigen Kulturen zu Hause waren. Allmählich verschwinden sie in einer seichten Monotonie.

Es ist nicht alles schlecht, aber Vieles könnte besser sein, wenn wir weniger komplex und wieder mehr einfach sein würden. In dem ständigen Streben nach schneller, weiter, höher sehne ich mich nach einer Umkehr: Zurück zu den Wurzeln und mit den Händen mal wieder die Erde berühren!

Krankenkassen

25 Feb 2014

... eigentlich ja Gesundheitskassen ... die sind ja schon enorm wichtig ... und die versprechen auch viel! ... und gut ist ja dann auch wenn man bekommt, was man einem verspricht - z.B. Präventionsmaßnahmen! ... das ist dann oft schon nicht mehr ganz so einfach und je nach Kasse total verschieden ... ist ja auch nicht so wichtig.
Dafür bekomme ich von "meiner Kasse" einen Tischgrill, wenn ich 200 Punkte gesammelt habe ... deshalb bin ich ja auch in einer gesetzlichen Krankenkasse schließlich verpflichtet, zahl tapfer Monat für Monat, Jahr für Jahr, viel Geld - auch wenn ich seit Jahren keinen Arzt gebraucht habe (aber dafür bekomme ich dann keinen Tischgrill) - das nennt man dann Solidaritätsprinzip ... wir leben ja hier nicht in einer Bananenrepublik ... oder ... ?! (... und was dabei der Tischgrill für eine Rolle spielt hab ich bis jetzt auch noch nicht verstanden)
... aber wie ist das jetzt eigentlich mit den Anerkennungen, wenn ich Präventiv für meine Gesundheit vorsorge und gar keinen Tischgrill haben möchte, weil ich meine Ernährung umgestellt habe ... ich meine, ich bin doch der Kunde ... oder hab ich da was falsch verstanden?? ... und von Ramsch habe ich schon vor Jahren begonnen mich zu trennen - brauch ich nicht. Mir ist meine Gesundheit - und die Anderer wichtig und genauso eine gute Gesundheitskasse, die, wie jeder andere eben auch, hält was sie verspricht, ansonsten brauche ich auch die nicht.

Leben lernen

17 Jan 2014

»Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!« - Ein jeder kennt diesen erbaulichen Spruch, der bis heute noch gelehrt wird, der jedoch ursprünglich ganz anders lautete: »Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir.« – Ein Stoßseufzer Senecas über all das überflüssige Wissen, mit dem sich Menschen vollstopfen.

Trenne dich von der großen Masse und komme zur Ruhe, um die innere Unabhängigkeit und Freiheit zu gewinnen. Lebe in Übereinstimmung mit der Natur. Man kann das Schicksal nicht ändern, aber störende Elemente, wie: Zorn, Habgier, Herrschsucht, Neid, Eifersucht übermäßige Trauer und Schwarzseherei, ausschalten, um danach zu streben, freier, glücklicher und zufriedener zu werden.

Es gibt Betriebsnudeln, Wichtigtuer, Snobs, Hektiker, Gestresste, jene die dem Zeitgeist huldigen und jedem Modetrend hinterherlaufen, die überall dabei sein müssen, teure Hobbys pflegen, luxuriöse Gastmähler ausrichten, mit denen sie ihr eigenes Vermögen und den Magen ihrer Gäste ruinieren, dann die Modegecken, die ihren Kopf nur der Frisur wegen haben und schließlich die Arbeitstiere, die sich mit neunzig noch an ihre Posten klammern, die alle nur die wenigste Zeit ihres Lebens wirklich gelebt haben. Sie alle haben nie Zeit für sich. Sie sind sich selbst entfremdet und definieren sich nur über das, was sie gerade tun, rastlos und unbefriedigt.

So ist es nur ein kleiner Teil des Lebens den wir Leben und du wirst einsehen müssen, dass du unreif stirbst. Schiebe all die guten Vorsätze nicht vor Dir her, in ein Alter, das nur wenige erreichen. »Der braucht den Tod nicht zu fürchten, wann er auch kommt, der sein Leben sinnvoll gelebt hat.«

Löse dich aus der Hektik des Alltags um immer wieder zum Nachdenken zu kommen. »Unser Leben ist nicht zu kurz, sondern wir machen es kurz, indem wir so viel davon vergeuden, anstatt unser Leben sinnvoll zu nutzen.«

aus den Schriften Senecas, Philosoph und Schriftsteller, um 4 v.Chr. – 65 n.Chr.

Basics

9 Jan 2014

Mira Mehta zeigt die klare Verbindung zwischen Yoga, den Asanas und dem ayurvedischen Konzept. Sie kommt bei ihren Seminaren, in diesem Zusammenhang, aber auch wieder zurück zu den Basics der Asanas - und das ist auch gut so. Wir brauchen gute Grundlagen, auf denen wir weiter aufbauen können. Heutzutage ist leider oft schon viel verfälscht, bewusst oder unbewusst, verändert, vereinfacht, was mit dem Ursprünglichen nicht mehr übereinstimmt, aber so verbreitet wird.

Dazu gehört auch das Erlernen der Asanas selbst - und zwar aller Haltungstypen - auch derer die Mann/Frau nicht gerne übt. Erst das gibt dem körperlichen Üben ein Ganzes. Diese Haltungstypen sind: Stehhaltungen, liegende Haltungen, schnelle Übungsreihen, Drehungen, Rückbeugen, Vorwärtsbeugen, Umkehrhaltungen und regenerative Asanas, die alle geübt werden sollten. Und genau dieses gesamte Übungskonzept, »Yoga The Iyengar Way«, bereitet in einer sichern Art und Weise auf Pranayama, Konzentration und Meditation vor.

Warum indische Schuster keine Prostata Probleme haben

9 Jan 2014
Indischer Schuster im Schustersitz
Untenrum gesund: Schuster im Schustersitz
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Mann im Yogasitz
BKS Iyengar praktiziert den Schustersitz oder lt. Sanskrit: Baddha Konasana
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Laut einer Statistik über Berufskrankheiten, haben indische Schuster keine Unterleibserkrankungen, weder an Prostata, Darm oder Blase, weil sie ihre Arbeit im »Schuster-Sitz« verrichten. Der »Schuster-Sitz«, im Sanskrit oder Yoga, bekannt als »Baddha Konasana«: Sitzen mit angewinkelten Beinen, Fußsohlen aneinander, Fußaußenkanten am Boden, Wirbelsäule aufgerichtet.

Baddha Konasana fördert aktiv die Durchblutung des Beckens, dehnt Becken und Leisten, stabilisiert die Iliosakralgelenke, lindert Ischias-schmerzen, hilft bei Hitzewallungen, stärkt Nieren und Prostata, auch eine sehr gute Übung in der Schwangerschaft, als Geburtsvorbereitung und bei Menstruationsbeschwerden.