Yogablog

In Indien

4 Mai 2015

Uns ist mit viel Glück bei den verheerenden Erdbeben in Kathmandu nichts passiert, sind mit dem Bus über Pokhara auf der Mahendra highway in den Westen nach Mahendragar und weiter nach Rishikesh in Indien gereist ... sozusagen der Yoga Hauptstadt, wenn ich hier die ganzen Yogis, Yoginis, Sadhus, Ashrams, Yogaschulen und yoga teacher trainings so sehe.
Heute war ein besonderer Tag: zum Einen der Geburtstag Buddhas und zum Anderen der Großbadetag für Inder im Ganges – mit Körperreinigung von innen und außen ... das Wasser ist hier auf jeden Fall noch frischer, klarer, unverbrauchter als in Varanasi – aber getrunken haben wir es dann doch nicht.

Exkurs: Mutter Ganga. Die wahren Quellen des Ganges, der Mutter Ganga, sind hoch oben in den Gletschern des Berges Satho Panth, in Gangotri. Von der Quelle bis zur Mündung legt Mutter Ganga 2522 km zurück. Der Haupt-Ursprung ist Gaumukh [[»Kuhmaul«]], eine Gletscheröffnung aus der Ganga mit gewaltiger Kraft heraus schießt. Auf der gesamten Strecke bis zur Mündung pumpen 27 Großstädte täglich mehr als 920 Millionen Liter Abwasser in den Fluss. Dazu kommen noch alle körperlichen Überreste von Menschen und Tieren, die Mutter Ganga anvertraut werden. Das erstaunliche dabei ist, dass laut den vedischen Texten Ganga von alldem unberührt bleibt. Ganga habe auf alles eine reinigende Wirkung, doch verunreinigt selbst nicht. Alles was mit ihr in Kontakt kommt, wird sofort von allem Unreinen befreit.
Auf physischer Ebene wurde dieses Phänomen, der verblüffenden reinigenden Kraft der Ganga untersucht und bestätigt, so dass das Wasser der Ganga im Gegensatz zu gewöhnlichem Wasser nicht schlecht wird, selbst wenn man es lange lagert, nimmt die Reinheit sogar zu und bleibt praktische unbegrenzte Zeit trinkbar.

... wie steht es mit deinem Üben?

Wenn du das was du tust, nicht leicht, unbeschwert und voller Freude tust, heißt das nicht, dass du lieber etwas anderes tun solltest, sondern zu überlegen "wie" du es auf eine andere Art und Weise tun könntest. Sei mit deiner gesamten Aufmerksamkeit bei dem, was du im Augenblick tust. Dazu gehört dann auch, dass du dich mit ungeteilter Aufmerksamkeit auf etwas konzentrierst, das dir unter umständen auch widerstrebt. Wenn du im Bewusstsein des gegenwärtigen Augenblicks handelst, wird alles was du tust von Bedeutung – selbst die einfachste Verrichtung.
Sorge dich nicht um die Früchte deines Handelns – sei mit deiner Aufmerksamkeit einfach nur bei dem, was du gerade tust. Frucht trägt es von ganz allein.
Das Jetzt ist das Kostbarste was es gibt. Dein Leben hat sich noch nie in einem Zeitraum außerhalb des jetzigen Augenblicks abgespielt. Nichts ist jemals in der Vergangenheit geschehen. Nichts ist jemals in der Zukunft geschehen, es geschieht im Jetzt – und deshalb ist jeder einzelne, bewusst erlebte Augenblick so wichtig.

Atem Ruhe Entspannung

1 Mär 2015

Im Yoga geht es darum die Gedanken zur Ruhe zu bringen, beim Üben der Asanas genauso, wie bei der Entspannung und der Meditation.
Ist dein Bewusstsein nach außen gerichtet, entsteht das Denken und die Welt. Wenn es nach innen gerichtet ist, erkennt es seinen Ursprung. Wenn du dich dem hingibst, was ist, und auf diese Weise vollkommen gegenwärtig bist, verliert die Vergangenheit all ihre Macht und es erschließt sich dir das Reich des Seins.

»Wirf deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen Fluss, schau zu, wie sie hineinfallen – davontreiben – und dann vergiss sie.«

Sobald deine Unterkieferpartie entkrampft, spüre wie dein Atem tiefer und freier fließt. Was auch immer im Geist auftaucht lass mit deinem Ausatem einfach wieder abgleiten, ohne weitere Gedanken und ohne Urteil. Dein Kopf wird frei und mit deiner Aufmerksamkeit bist du nur noch bei deiner Atembeobachtung. Lass los, klammere dich an nichts mehr, folge geduldig dem Fluss deines Atems und lass die Dinge einfach so sein, wie sie sind. Achte einfach darauf, dass du ganz einatmest und wieder ganz ausatmest, ohne Gewalt, ohne deinen Atem zu forcieren. Folge einfach deinem natürlichen Impuls für die Einatmung und Ausatmung, die sich, wenn du genau hin spürst, ganz von alleine einstellen. Du kannst über deinen Atem nichts erzwingen. Du musst ihn geschehen lassen. Spür wie du mit deinem Einatem Ruhe in deinen Körper bringst – lächle mit deinem Ausatem.

Mit der Ruhe kommt eine innere Freiheit. Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht der Denker bist. In dem Augenblick, in dem dir bewusst wird, dass du den Denker zu beobachten beginnst, wird ein höhere Bewusstseinsebene aktiviert.
Du beginnst zu erkennen, dass es einen unendlich großen Intelligenzbereich, jenseits des Denkens gibt, von dem das Denken nur ein winziger Bruchteil ist. Und du erkennst auch, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist, seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.

Ayurvedische Heilmediziner behaupten, dass schon alleine dadurch, wenn alle Menschen schaffen würden vollkommen zu entspannen, es viel weniger Krankheiten gäbe, weil, wenn wir unserem Körper erlauben, sich zu entspannen, sich unserer Selbstheilungskräfte ganz von selbst entfalten.

was yoga kann

2 Jan 2015

Ein Bericht mit B.K.S. Iyengar, aus der Zeitschrift »GEO« vom Juni 2013, über Hatha-Yoga in der Tradition von B.K.S. Iyengar und dem Vergleich der Wirkung von Yoga in der Tradition von B.K.S. Iyengar zu unterschiedlichen Sport- und Gymnastikarten – und den Ergebnissen aus mehr als 2.000 wissenschaftlich Studien an Universitäten, medizinischen Hochschulen, Charité Berlin usw. darüber: »Was Yoga kann« – aber Yoga kann darüber hinaus noch viel mehr. Es ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt und wird oftmals in vielen medizinischen Kreisen aus diesem Grund auch nicht anerkannt. Aber das Wissen darum ist trotzdem da – und das schon viel, viel länger als es »unsere« heutige »Schulmedizin« gibt.

  • Charité Berlin: 10 Wochen, einmal pro Woche 90 Minuten Yoga brachte deutlich mehr Besserung der Rücken- und Nackenleiden als Rückenschule
  • Rückenschmerzen, University of Washington, Seattle: Ein halbes Jahr ein Mal pro Woche Yoga geübt, konnten 80% der Probanden auf Schmerzmittel verzichten
  • Stress, University of California, Los Angeles: Im Vergleich zeigen Studien, dass Yoga die positive Wirkung von Sport und Aerobics gegen Stress und Stimmungsschwankungen noch übertrifft.
  • Schlafstudie, Harvard University, Boston: Nach 8 Wochen, zeigt die Gruppe, die Yoga praktiziert, deutlich besser Schlafqualitäten als die Gruppe, die an einer Schlafberatung teilgenommen hatte, ein Trend der noch Monate später nachweisbar war und auf Stressreduktion zurückzuführen ist
  • Bluthochdruck, Yale University: Bluthochdruck-Patienten konnten aufgrund ihrer regelmäßigen Yoga-Praxis ihre Medikamenten-Dosis reduzieren
  • Herzrhythmusstörungen, Universität Dresden: Lang gehaltene Yogapositionen beruhigten den Herzschlag
  • Entzündungen, Prof. Dr. Andreas Michalsen, Charité Berlin: Frauen, die regelmäßig zwei Jahre lang Yoga übten, wiesen geringere Dosen des Entzündungsstoffes Interleukin-6 im Blut auf und reagierten weniger stark auf Stressoren als die Vergleichsgruppe
  • Depressionen/Angsterkrankungen, Boston University School of Medicine: Yoga-Stunden erhöhten den Spiegel der beruhigend wirkenden Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im Gehirn deutlich – depressive und an Angsterkrankungen leidende Menschen weisen meist deutlich weniger GABA auf als andere
  • Belastungssituationen, Semel Institute for Neuroscience and Human Behaviour: 8 Wochen lang praktizierten Frauen, die an Alzheimer leidende Angehörige pflegten, täglich ein 12-minütiges, sanftes Yoga-Programm mit meditativen Atemübungen – verglichen mit der Kontrollgruppe, die täglich 12 Minuten lang Entspannungsmusik gehört hatte, hatten sie weniger Depressions-Symptome, höhere Werte für kognitive Leistungen und mentale Gesundheit, die Entzündungswerte waren niedriger, es wurden mehr Immun-Proteine produziert und die Zellalterung war verlangsamt
  • Prostata-Krebs, University of California: 30 Männer ernährten sich drei Monate lang vegetarisch, machten täglich Yoga und gingen spazieren – danach hatten sich die genetischen Muster der Probanden so verändert, dass einige Krebs-Gene inaktiv geschaltet waren
  • Brustkrebs, Semel Institute for Neuroscience and Human Behaviour: Zwei Mal pro Woche Yoga, über drei Monate, führte zur deutlichen Linderung des Fatigue-Syndroms (Erschöpfungserscheinungen, die häufig auf die Chemotherapie folgen), zudem berichteten die Teilnehmer von einer besseren körperlichen und seelischen Verfassung
  • Posttraumatische Belastungsstörung, Harvard Medical School: Nach 8 Wochen Yoga hatten sich Symptome wie Schlaflosigkeit, Albträume, sozialer Rückzug und „Flashbacks“ deutlich verbessert
  • Gehirnleistung, Charité Berlin: Nach 8 Wochen täglicher halbstündiger Meditation hatten sich die Gehirne der (extrem gestressten) Probanden deutlich verändert: Hirnregionen, die für Gedächtnis, Lernen und Emotionskontrolle zuständig waren sowie die Dichte der grauen Zellen hatten deutlich zugenommen – bei langjährigen Meditierenden wurde nachgewiesen, dass die altersbedingte Abnahme der frontalen Großhirnrinde ausgeblieben war